Die Geburt - Anzeichen und Phasen einer Entbindung

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Geburt beginnt, ist das Einsetzen der Wehen. Anders als die Senkwehen, die Sie zwar als Ziehen, aber nicht als Schmerz empfunden haben, sind Geburtswehen stärker und intensiver und schmerzhaft. Ein weiteres Anzeichen, dass die Entbindung unmittelbar bevorsteht, kann das Zeichnen sein. Sie können hier alles über angefangen von den Anzeichen bis zu den Phasen der bevorstehenden Entbindung lesen.

Anzeichen einer Geburt:

Gerade beim ersten Kind fühlen sich viele Frauen unsicher, geht es nun wirklich los, oder ist es (wieder) blinder Alarm.  Es gibt schon einige sichere Indikatoren dafür, dass es losgeht. Das Zeichnen ist ein sicheres Zeichen, dass Ihr Baby bald auf die Welt kommen wird. Auch ein Blasensprung, wenn das Fruchtwasser schwallartig abgeht, deutet auf das große Ereignis hin, kommen dann noch Wehen in regelmäßigen Abständen dazu, kann die Entbindung bevorstehen.

Zeichnen

Nicht jede beginnende Geburt startet mit Wehen. Meist bemerken die schwangeren Frauen, dass ein Schleimpfropf abgeht. Dieser ist leicht klebrig, zäh und meist mit etwas Blut vermischt. Dieser Schleimpfropf hat bis jetzt die Gebärmutter von innen “ verschlossen “ und vor Keimen und Bakterien geschützt.
Das Abgehen dieses Pfropfes nennt man Zeichnen. Sie können nun sicher sein, dass die Geburt in den kommenden ein bis zwei Tagen beginnen wir.

Blasensprung

Bei manchen Frauen beginnt die Geburt mit einem Blasensprung. Bei einem Blasensprung verliert die Schwangere Fruchtwasser, entweder schwallartig oder auch nur tröpfchenweise.
Sie sollten dann Ihre Geburtsklinik aufsuchen, ein Grund zur Eile besteht aber nicht.
PS: Es empfiehlt sich, zum Ende der Schwangerschaft ein kleines Handtuch dabei zu haben, um austretendes Fruchtwasser aufzufangen.
Im Bett hilft eine wasserdichte Moltonauflage und im Auto eine große Mülltüte als Schutz.

Wehen

Geburtswehen unterscheiden sich von Senkwehen, sowohl in der Dauer, als auch in der Intensität. Geburtswehen lassen den ganzen Bauch schmerzhaft hart werden und sind mit einem Druckgefühl verbunden. Sie können einfach testen, ob es “ echte “ Wehen sind, indem Sie sich in warmes Badewasser legen. Verschwinden die Kontraktionen wieder, war es blinder Alarm. Werden die Wehen stärker und regelmäßig, dann sind es Geburtswehen und die Eröffnungsphase beginnt.

Phasen einer Geburt

Eröffnungsphase, erste Phase

Die Entbindung beginnt mit der Eröffnungsphase. In dieser meist länger dauernden Phase  muss sich der Muttermund vollständig öffnen. Dies geschieht durch schmerzhafte rhythmische Wehen.
In der Eröffnungsphase verkürzt sich bei Erstgebärenden erst der Gebärmutterhals, erst wenn dieser verstrichen ist, dann öffnet sich der äußere Muttermund. Gebärmutter und Scheide werden zu einem einzelnen Geburtskanal. Bei Zweitgebärenden passiert dieser Vorgang  parallel. Ist der Muttermund vollständig geöffnet ( 10 – 12 cm ), springt meist erst die Fruchtblase. Das Fruchtwasser geht dann in einem Schwall ab.

PS: Die Eröffnungsphase  dauert verschieden lang und ist sehr Kräfte zehrend. Gut tut Ihnen die richtige Atmung. Viele Gebärende empfinden es als angenehm, wenn sie stehen, hocken oder gehen. Die Schwerkraft unterstützt den Wehendruck positiv.

Übergangsphase, zweite Phase

Die Übergangsphase ist die Zeit zwischen der Eröffnungsphase und der Austreibungsphase. Der Muttermund öffnet sich komplett.
Der Kopf des Kindes tritt aus der Gebärmutter aus und schiebt sich mit einer Vierteldrehung ins Becken der
Mutter. Die Wehen kommen nun immer häufiger. Dieser Zeitpunkt ist der schmerzhafteste während einer Geburt. Er kann verschieden lang dauern, von einigen Minuten bis zu einer Stunde.
In dieser Zeit  kommt die Gebärende an ihre Grenzen, die Pausen zwischen den Wehen sind sehr gering und die Schmerzen sind groß. Wenn Sie jetzt das Gefühl spüren, dass Sie pressen möchten, kann es sein, dass der Muttermund noch nicht weit genug offen ist, dann müssen diese Wehen “ weggeatmet “ werden. Würden Sie dem Drang dann einfach nachgeben, dann schwillt der Muttermund an und wird enger.
In dieser Übergangsphase ist alles erlaubt, Sie können weinen, schreien, schimpfen… diese extreme Situation verlangt Ihnen so viel ab, geben Sie nach und lassen Sie sich fallen.
Halten Sie weiterhin durch und achten Sie auf die Anweisungen der Hebamme und des Arztes.
Nach der Übergangsphase kommen Sie nun in die Austreibungsphase.

Austreibungsphase, dritte Phase 

Der Kopf des Kindes erreicht den Beckenboden, in Ihnen wird der Drang des Pressens stärker. Sie können in dieser Phase aktiv mithelfen, indem Sie die Beine anziehen, das Kinn auf die Brust pressen, die Augen schließen und kräftig pressen. Die Hebamme beginnt nun mit dem Dammschutz, dazu übergreift sie mit einer gespreizten Hand den Damm und mit der anderen führt sie den Kopf des Kindes darüber. Es ist soweit, das kleine Köpfchen ist geboren. Jetzt werden Sie wieder hecheln und mit der nächsten Wehe nun folgt recht zügig der Körper.
Die Hebamme legt Ihnen nun Ihr Baby auf den Bauch. Diese Gefühle, die jetzt auf Sie einströmen sind bestimmt unbeschreiblich schön.
Der Vater kann nun die Nabelschnur durchtrennen.

Nachgeburt, vierte Phase

Nach etwa 10 bis 30 Minuten setzen erneut kräftige Wehen ein, die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand und wird mitsamt den Eihäuten vom Körper ausgeschieden. Diese wird nun auf Vollständigkeit untersucht, so kann es im Verlauf nicht zu Entzündungen und Blutungen kommen.
Mit Nachwehen beginnt sich die Gebärmutter wieder zusammenzuziehen. Diese Kontraktionen, werden meist durch das Stillen verstärkt, sie klingen in den Tagen nach der Entbindung immer weiter ab.

nach der Geburt

Etwa ein bis zwei Stunden danach ist der Saugreflex des Säuglings am größten, jetzt können Sie mit dem Stillen beginnen., so wird die Milchbildung angeregt und Ihr Kind gleich mit der Vormilch versorgt.
Noch im Kreissaal werden Sie gegebenenfalls medizinisch versorgt, wenn zum Beispiel der Damm gerissen ist, wird dieser unter örtlicher Betäubung genäht.
Auch Ihr Baby wird noch im Kreissaal untersucht. Geprüft werden Atmung, Puls, Reflexe, Bewegung und Hautfarbe, es werden dabei Punkte von 0 – 2 vergeben.
Außerdem werden Das Gewicht, die Länge und der Kopfumfang gemessen. Diese Ergebnisse fließen gleich in die erste Untersuchung, die U 1 ein. Neugeborenen werden Vitamin K- Tropfen verabreicht.
Auch das Nabelschnurblut wird untersucht, um die Sauerstoffversorgung und den ph- Wert festzustellen.

Jetzt wird es Zeit für die Erholung von der Geburt. Sie und Ihr Baby können nun kuscheln und die erste gemeinsame Zeit ganz intensiv miteinander genießen.



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